An die Kollegen von Spiegel Online…
Guten Tag,
ich habe soeben Ihren Artikel gelesen, oder soll ich lieber sagen: hastig umgeschriebene Agenturmeldung? Ja die Fakten stimmen, leider hat sich noch kein Zeuge gemeldet und deshalb hat die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge diese Summe als Belohnung für Zeugenaussagen ausgesetzt.
Was allerdings mit keinem Wort im Beitrag erwähnt wird: Die Demonstrationen für Zivilcourage am Dienstag an der Hochschule Mittweida, das Friedensgebet heute Abend in der Stadtkirche, die Podiumsdiskussion am Mittwoch mit Sachsens Justizminister Geert Mackenroth. Es stimmt – erschreckend viele Bürger sind der Sache gegenüber gleichgültig, das Verhalten der Anwohner ist ein Skandal, die Politik hat das Thema lange Zeit unter den Teppich gekehrt, die Justiz erlaubt sich immer wieder unerhörte Pannen bei der Aufarbeitung. Fakt ist aber auch: es gibt ein engagiertes Bündnis für Menschenwürde und gegen Rechtsextremismus im Landkreis Mittweida. Nach der Tat haben Studenten der Hochschule spontan eine Kundgebung aus Solidarität mit der 17-Jährigen organisiert und heute Abend gibt es ein Friedensgebet, getragen von zahlreichen Bürgern und Verbänden aus der Stadt.
Gerade vom Spiegel, den ehemaligen „Sturmgeschütz der Demokratie“ erwarte ich eine sorgfältigere Recherche und kein bloßes Abschreiben oder Sensationsjournalismus. Machen Sie sich die Mühe und sehen Sie sich die Situation genau an.
Grüße
Michael Gottwald
Ressortleiter Politik
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