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Zeitgeist

April 9th, 2008 by micgot

The Incredible Hagen hat sich gerade den Film Zeitgeist angeschaut und ist ziemlich schockiert. Ich selber eher weniger, das übliche, was bei Verschwörungstheorien zusammengemixt wird. Trotzdem ist der Film sehenswert und regt zum Nachdenken an. Schließlich haben wir alle einen eigenen Verstand und sollten uns hüten alles bereitwillig aufzunehmen was uns Medien, Institutionen oder eben Verschwörungstheoretiker weißmachen wollen.

Der Film gliedert sich in drei Teile: die Religion und besonders das Christentum, 9/11 und die Rolle der internationalen Finanzwirtschaft. Ich beschränke mich jetzt mal nur auf den ersten Teil bei meinem Kommentar.

1) Ziemlich heftiger Unsinn, der uns hier mit angeblichen astrologischen Fakten geboten werden soll. Was hat der Lauf der Sterne mit unseren Schicksal zu tun - nichts, absolut nichts. Außerdem ziemlich an den Haaren herbeigezogen, weil das Judentum von Anfang an ein radikales Nein zu jeder Form von Astrologie sagt - und sich damit von den meisten anderen Völkern im Alten Orient unterschied, die sehr wohl der Sterndeutung große Bedeutung beimaßen.

2) Nirgendwo in der Bibel ist ein Zeitpunkt für die Geburt Jesu genannt. Unsere Zeitrechnung wurde 525 von einem römischen Mönch festgelegt und setzte sich im Laufe der Zeit durch. Das Weihnachtsfest wird seit 336 am 25. Dezember gefeiert - der Termin wurde sehr wohl auch deshalb gesetzt, um das Fest des römischen Sonnengottes zu überdecken. In diesem Sinne mit dem “Licht der Welt” gewiss eine Anspielung aber keine Übernahme früherer Traditionen.

3) Horus ist in der ägyptischen Mythologie der Sohn von Osiris und Isis, also alles andere als eine Jungfrauengeburt. Der hinduistische Gott Krishna ist der achte Sohn von Devaki und Vasudeva.

4) Natürlich kann man die Bibel nicht losgelöst von ihrer Entstehungsgeschichte begreifen. Die Gedankenwelt des Alten Orients findet sich in ihr wieder - und trotzdem behandelt sie die großen Themen, die für alle Menschen zu allen Zeiten relevant sind.

5) Fisch heißt auf Griechisch Ichtys. Das sind gleichzeitig die Anfangsbuchstaben von Ioesus Christos Theou Hyios Soter = Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser. Der Fisch war das geheime Erkennungszeichen der Christen in den Verfolgungen der ersten Jahrhunderte im Römischen Reich.

6) Ja in Christi Namen wurden immer wieder entsetzliche Verbrechen begangen (Kreuzzüge, Inquisition, Hexenverbrennung etc.). Aber das steht krass im Widerspruch zu Jesus Worten, der selber sagte: “Denn wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert umkommen” (Matthäus 26, 52). Wenn wir auf die andere Seite schauen hat der ach so freie Mensch gerade im 20. Jahrhundert Grauenhaftes angerichtet, bei dem Versuch selber ein Paradies auf Erden zu schaffen (Kommunismus, Faschismus).

7) Also wenn ich mir die finanzielle Situation in unserer Landeskirche anschaue, dann schwimmen wir alles andere als im Geld. Die Trennung von Kirche und Staat ist in Deutschland seit 1918 Realität, lediglich die Kirchensteuer von Kirchenmitgliedern wird aus verwaltungstechnischen Gründen vom Finanzamt eingezogen und an die Kirchen abgeführt. Außerdem sollten wir in der Diskussion immer zwischen dem Glauben und die Kirche unterscheiden. Die Kirche besteht aus Menschen und die sind nun mal menschlich, machen Fehler - wie andere auch.
8) Das Bild von den strengen Gott, der über alle Fehler der Menschen grimmig schaut ist genauso falsch, wie das Bild vom lieben Gott da oben (GOTT=Guter Opa total taub). Gott will keine Marionetten. Er hat uns einen Verstand gegeben und auch die freie Entscheidung für oder gegen ihn. Natürlich schmerzt ihm es, wenn sich Menschen gegen ihn entscheiden, aber verhindern tut er es nicht. Also im Prinzip Liebeskummer Gottes, Liebe können wir nicht erzwingen, so gern wir das manchmal täten.

9) Also liegt es an uns, wie wir unser Leben, unsere Welt gestalten. Wir tragen selber Verantwortung für alles Leid und Ungerechtigkeit, was wir uns gegenseitig anrichten. Und dennoch will Gott mitten unter uns sein und wir Christen sollen seine Botschaft von der Liebe in die Welt getragen (und wir erinnern uns, auch Christen sind nur Menschen und versagen immer wieder).

10) Evolution vs. Schöpfung: Beides muss man glauben, weder die Schöpfung noch die Evolutionstheorie lassen sich zweifelslos beweisen. Ob Gott die Dinge in Gang gesetzt hat oder auf andere Art ist nach meinem Verständnis letztlich egal.

Soweit meine subjektiven Gedanken dazu und eine Einladung zur Diskussion.

in Allgemein |

3 Antworten

  1. TiH meint:

    es ehrt mich hier den ersten post nach 4 monaten aufgrund meines vorangegangen zu lesen.

    aus dir spricht er nun, der wahre christ. auf dessen reaktion ich lange gewartet habe.

    sehr interessant deine betrachtungen, die wieder nur eines klar machen, es git kein richtig, kein falsch, kein schwarz kein weiß.

    gerade christen aber versuchen das mit ihrer misionstätigkeit immer wieder aufrecht zu erhalten.

    schön, aber, dass ich bei denen aufgezählten punkten eher eine “alternative meinung” raushöre…so wies eben mit allen ansichten dazu ist.

    ich werd dein text hier sicher nicht zerpflücken nur soviel:
    zu 1) was hat jesus mit unserem schicksal zu tun? schicksal ist das handeln womit wir unsere möglcihkeiten nutzen oder nicht.
    [punkt]

  2. Micha meint:

    Mit dem regelmäßig Blog schreiben tu ich mich schwer … über alles alltägliche berichten? Aber zu was gibt es ja RSS-Feeds ;-)

    “Ein Weltbild ist undenkbar”, dieser Spruch steht im Abspann von Ossadas neuem Buch Bundich (ich hab das grad reszenziert). Das trifft es. Ich habe meine Wahrheit im Glauben gefunden. Deine wird wahrscheinlich ganz anders aussehen. Und ich werde weder dir meine, noch du mir die deine aufdrängen.

    Mission an sich: Es gibt da so ein Spruch etwa “Wir Christen sind das einzige Evangelium, das die Leute noch lesen.” Soll heißen, es bringt nicht viel die Leute mit Bibelworten usw. vollzuhauen. Wir müssen mit unserem Leben selber Vorbild sein, selber die Liebe weitergeben. Das wirkt. Kenne selber einige, die aus nichtchristlichen Elternhäusern kamen und durch Freunde zum Glauben gefunden haben.

    Zum Thema Schicksal / Gottes Wille - ich habe vor langer Zeit mal das Buch “Wer den Zug verpasst kann immer noch fliegen” besprochen, passt ganz gut zum Thema http://sg-design.net/micgot/?m=200609

  3. thomas sabo schmuck meint:

    One may fall in love with many people during the lifetime. When youfinally get your own happiness, you will understand the previoussadness is kind of treasure, which makes you better to hold and cherishthe people you love.

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